So. Die erste Woche ist nun mehr oder minder vorbei. Ich habe lange nichts geschrieben, weil ich weder Lust noch Zeit dazu hatte. Das ist aber auch nicht verwunderlich, denn als ich letzten Dienstag hier ankam wars schätzungsweise 30 Grad, regnete in Strömen und die Luftfeuchtigkeit war so hoch, dass ich wohl mit Kiemen besser hätte atmen können. Die folgenden Tage der letzten Woche waren dann zum Teil kühl zum Teil heiss und auch ein bisschen feucht aber so schlimm wie am ersten Tag war es zum Glück nicht mehr. Dennoch war es in meinem Zimmer immer gut heiss, denn die Klimaanlage kostet viel Geld (-->Strom). Zum vergleich... pro Woche braucht man man etwa 1200 Yen für Wasser und Strom, das sind nach aktuellem Kurs umgerechnet 7,50€ und damit 30€ im Monat. Das ist etwa 1,5 mal so viel wie ich in Deutschland gebraucht habe.
Die meiste Zeit verbringt man also am Besten in den Flurküchen, denn da sind Klimaanlage und Strom ohnehin umsonst. Da gibts auch Fernseher und manche habe sich scheinbar sogar ne Playstation reingestellt. Das ganze hat aber dann auch wieder den Vorteil, dass man mit den ganzen anderen Austauschstudenten in Kontakt kommt und sich unterhalten und austauschen kann. Wir kochen auch öfters zusammen was sehr praktisch ist denn fertiges Essen ist in Japan schweineteuer. Die haben hier teilweise Preise wie 1€ für ne Banane.
Das Studentenwohnheim ist ansonsten ganz nett bis auf die Tatsache, dass man eigentlich nichts darf. Es dürfen grundsätzlich nur Leute hinein die Wohnhaft sind, Außenstehende dürfen nur mit Genehmigung des "Dormitory Managers", auf den komme ich auch noch gleich zu sprechen, überhaupt in die Flurküchen rein. Die einzelnen Zimmer sind absolut tabu! Übernachten dürfen bei einem grundsätzlich nur enge Verwandte wie Geschwister oder Eltern und auch nur 2 - natürlich nicht zur gleichen Zeit. Dafür muss man allerdings erst einen schriftlichen Antrag an das "International Center" der Universität stellen, die dir dann, wenn sie ihn genehmigen, eine Erlaubnis zurückschicken... das man sich nicht auch noch für den Toilettengang eine schriftliche Genehmigung besorgen muss grenzt an ein Wunder.
Ich wollte ja nun noch auf den "Dormitory Manager" zu sprechen kommen. Sein (Nach)name ist Ikeda weswegen er von allen in japanischer Manier Ikeda-san genannt wird. Mit ihm hatten wir (alle) wirklich Glück, denn er setzt zwar die Richtlinien des Wohnheims ordentlich durch, was er ja auch machen muss, aber dennoch ist er mehr oder minder der Papa des Wohnheims als der Manager. Neulich hatte ein Freund von mir hier ein Problem mit seinem neu erworbenen Handy(vertrag) und da ist Ikeda-san tatsächlich mit ihm zum Laden gegangen und hat die Verkäufer zur Sau gemacht. Geholfen hat es glaube ich nicht so viel, aber hey... findet mal in Deutschland nen Hausmeister der sowas macht. Hinzu kommt, dass er sich abends gerne zu uns gesellt und mit uns isst. Neulich hatte er (oder seine Frau?) auch Essen gemacht und wir haben alle zusammen gegessen.
Wenn ihr nun wissen wollt wie Japan aussieht... ich kann euch leider keine Bilder anbieten da ich (noch) keine Digitalkamera habe aber schaut euch einfach Animes an und denkt euch alles nochmal halb so groß. Das was hier an Wohnhäusern rumsteht würde sich bei uns manch einer als Gartenhaus neben den Komposthaufen stellen. Ok sie sind doch ein bisschen größer als unsere Gartenhäuser aber sie sehen so ähnlich aus - nein wirklich - viele Häuser hier sind aus Wellblech oder Holzplanken gebaut. Ist vermutlich auch gut so weil das bei Erdbeben elastischer ist. Die Gärten der Leute sind allerdings meist bedeutend schöner als jene, welche man bei uns zu Gesicht bekommt.
So und nun geht mein Post auch schon seinem Ende entgegen. Mir geht es gut und ich bin dabei mich mehr oder minder einzuleben. Das nächste Mal schreibe ich wenn ich wieder Lust dazu habe.. mal schauen wann das ist.
Dienstag, 18. September 2007
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2 Kommentare:
Huhu Driehmtiehm-Teil :-)
Hab mich sehr gefreut, endlich mal zu lesen, wie es Dir so geht.
Klingt ja alles recht annehmbar und schön!
Und hey, hier im Saarland gehen nachts die Temperaturen unter 10°C, also genieß das Wetter, auch wenn es gut feucht ist :-)
Freu mich auf deinen nächsten Post und hoffe, du hast bis dahin eine schöne Zeit und lässt es Dir gut gehen :-)
Ganz liebe grüße,
Hanna
Ja, die Lebenshaltungskosten sind recht hoch in Japan.
Aber wenn ich überlege, was ich für meine 26m² Wohnung an Nebenkosten etc. Zahle, naja, viel teurer ist es auch nicht in Japan.
Gut liegt vielleicht daran, dass die Wohnung in Wiesbaden liegt, und auch noch in einer recht "guten" Gegend.
Ich hoffe du bekommst nicht zu viel von den Taifunen ab.
lg
Matthias
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