Sonntag, 13. April 2008

Es ist nun ca. 2 Monate her, dass ich das letzte Mal einen Eintrag geschrieben habe und so langsam wird es wohl Zeit mal wieder etwas zu schreiben. Es ist auch eine ganze Menge passiert in den letzten 2 Monaten, schließlich waren ja Ferien. Neben meiner Ferien-Laborarbeit, die ich im Übrigen auch nun im Semester weitermache war ich zwischenzeitlich mal auf einem Kurztripp in Kyoto und Nara. Außerdem habe ich am Model G8 Japan Youth summit teilgenommen.

Seit letzter Woche hat das Semester wieder angefangen und der japanisch Unterricht geht weiter. Mittlerweile kann ich mich auch schon einigermaßen in der Sprache unterhalten. Ist ohnehin für das höhere Level nun erforderlich, weil es keine Erklärungen mehr auf English gibt. Also mal schauen wie es wird. Die neuen Austauschstudenten, also die fuer dieses und ggf. auch das folgende Semester sind natuerlich auch schon angekommen und es sind ein paar wirklich nette Leute unter ihnen.
So nun aber doch nochmal zu dem was ich so gemacht habe die letzten beiden Monate. Meine kleine Reise nach Kyoto (京都) war auf jeden Fall eine der interessantesten Erfahrungen. Ich bin zusammen mit einer Freundin hier gefahren. Auf der Hinreise mit dem Nachtbus, ihr werdet es nicht glauben aber es gibt echt Japaner die im Nachtbus ne Sonnenbrille tragen... sowas von bescheuert, das war schoen billig, wenn auch unbequem. Auf jeden Fall sind wir dann morgens um 6 Uhr in Kyoto angekommen und haben uns direkt ans Sightseeing gemacht und dafür gibts dann auch wirklich genug Orte. Der erste Tag war schön sonnig wir haben sehr viele interessante Dinge gesehen. Die beiden besten Sachen waren wohl zum einen "Kinkakuji" (金閣寺), ein goldener Tempel an einem See mit einen sehr schoenen Garten drumherum und das Nijo-Schloß(二条城), dessen hölzerne Bodenplatten so eingepasst sind, dass das treten auf eine Bodenplatte kein Quietschgeräusch, sondern ein Geräusch, das sich wie ein Vogelzwitschern anhört, macht. Wie auch immer, der 2. Tag dagegen war verregnet, aber um ehrlich zu sein war das ganz gut so, denn wenn japanische Gärten in Sonnenschein auch toll aussehen. Bei Regen sehen sie noch besser aus und der Garten von Ginkakuji (銀閣寺), ein silberner Tempel an dem wir am 2. Tag waren, hatte ohnehin den besten Garten. Ein Bild vom Tempel habe ich leider nicht, da er zwecks Wartungsarbeiten verdeckt war. In der Mitte des zweiten Tags sind wir dann auch nach Nara gefahren. Da sah es dann ein bisschen anders aus. In Kyoto waren Tempel und aehnliche Stätten ziemlich gut vom Rest der Stadt abgetrennt und für Touristen bereitgestellt währen in Nara beides mehr verwachsen war. Nara wirkte daher ursprünglicher als Kyoto. Die Parks waren offen und quer durch Park, Straße und Wald standen überall Rehe und Hirsche (ohne Geweih) herum. Die waren auch nicht scheu oder so, von denen konnte man prima Bilder aus nächster Nähe machen. Nara hatte vor allem sehr alte und wenig bearbeitete Tempel und Schreine. Effektiv sah es so aus als hätte niemand in den letzten 1000 Jahren an diesen etwas geändert.
Am Dritten Tag sind wir dann noch zum ältesten Tempel Japans gefahren und haben uns den angeschaut und danach sind wir dann mit dem Shinkansen zurück nach Tokio. Ging auch relativ schnell. Waren nur etwa 2-3 Stunden. Der Nachtbus brauchte 6-7 Stunden.
Es war zwar etwas kurz aber sehr interessant und hat Spaß gemacht.


Dann war da noch der Model G8 Youth Summit. Beziehungsweise das "Wir spielen G8". Da die G8 Konferenz diesmal in Japan ist, ist auch der Jugendtreff dort und da auf Grund mangelnder Finanzierung nicht genug Deutsche am Start waren sowie der Kram von der Uni hier organisiert wird auf der ich bin, bin ich also irgendwie auf Umwegen in die Sache hineingeschlittert. Geplant war eigentlich alles ganz nett nur ein paar Probleme gabs dann doch schon. Die Definition des Kongresses dürfte mit, "Rollenspiel in das der Spieler seine eigene Meinung einbringen soll", jedem Rollenspieler wirklich äusserste Kopfschmerzen bereiten. Wenn es nun eine Sache gibt, die man beim Rollenspiel auf keinen Fall tun darf, dann ist es die eigene Person mit der, der Rolle zu vermischen, denn dann weiss kein anderer Mitspieler/Beobachter mehr wann man im Spiel und wann man in der Realität ist. Da nun aber hier dieser Fauxpas schon in der Definition gegeben war kam es wie es musste. Es gab Zoff, großen Zoff und im Endeffekt kam bei der ganzen Sache nichts raus... ausser der Tatsache, dass ich mich mit den Organisatoren prima unterhalten konnte und mein Japanisch üben konnte. Hat auch wirklich geholfen.

Tja und damit wäre dann nun auch alles gesagt. Vorerst zumindest. Es bleiben ja noch etwas weniger als 4 Monate.


Kurze Bilderklärung:
1. Bild: Kinkakuji
2. Bild: Nijo-Schloß
3. Bild: Ein Teil des Gartens von Ginkakuji
4. Bild: Ein Schrein im Wald von Nara

Dienstag, 12. Februar 2008

Voll im Soll

Das erste Semester ist rum, die Klausuren vorbei und endlich steht Freizeit an, möchte man meinen... . Aber auch so gibt es immer was zu tun. Der Placement Test für das nächste Semester steht schon nächsten Monat an und so muss ich doch wieder japanisch lernen und außerdem habe ich es tatsächlich geschafft mir hier eine Arbeit zu besorgen. Ich bekomme zwar kein Geld, aber dafür sitze ich in einem der berühmtesten Lehrstühle der Uni. Die tatsache, dass aussen an der Tür Nachrichtenartikel in englischer Sprache hängen spricht auch schon Bände, denn in die englischen Nachrichten kommt nur was auch halbwegs international von Bedeutung ist. Darüberhinaus hat man von meinem Professor schon Comics gezeichnet, er war wohl auch schonmal im Fernsehen und gerade heute waren schon wieder Fotografen da. Und um es nun nicht länger vorweg zu nehmen, das Thema an dem diese Forschungsgruppe arbeitet ist ein sogenanntes Brain-Computer Interface. Es handelt sich dabei um ein nicht-invasives Gerät. Oder um es verständlich auszudrücken: Ein EEG liest die Gehirnströme, ein Computer interpretiert was sie bedeuten und macht dann irgendetwas. Auf diese Art und Weise kann man ganz einfache Dinge, wie die Maus bewegen, nur mit Gedanken tun. Oder man schließt es an Second Life an und bewegt seine Spielfigur damit durch die Welt. Steckt aber noch alles in den Kinderschuhen, zum Autofahren wird es also in näherer Zukunft keiner benutzen.
Letztes Wochenende war ich mit ein paar Leuten aus meinem Wohnheim auf einer Kurzreise (1 Nacht) etwas südlich von Tokio. Die Stadt hies Inadori und eigentlich gabs da gar nichts bis auf das Hotel und die heisse Quelle dort, in der wir dann baden waren... . Naja und die Nacht die wir durchgemacht haben. War aber eine sehr schöne Sache und ich habe mal ein bisschen mehr von Japan gesehen als nur Tokio und Yokohama.

Dienstag, 1. Januar 2008

Frohes neues Jahr

Mein letzter Post liegt tatsaechlich einige Zeit zurueck aber um ehrlich zu sein hatte ich keine große Lust was zu schreiben und darueberhinaus auch nicht wirklich Zeit. Der Unterricht ist ziemlich stressig und die japanische Sprache allgegenwaertig, dennoch geht es mir nach wie vor gut und ich fuehle mich wohl. Im Moment sind Winterferien (冬休み) und ich bin auch jetzt, neben dem Feiern immernoch am lernen. Weihnachten selbst war recht unspektakulaer. Man feiert Weihnachten nicht gross da die Leute hier vornehmlich nicht Christen sind, ausser natuerlich wenn sie heiraten, weil es da bei den Christen die groessere Hochzeitsfeier gibt.
Entsprechend sind an Weihnachten alle Geschaefte offen und das einziege was passiert ist das vornehmlich Paare unterwegs sind. Ich war die meiste Zeit zu hause bis auf am 25., da war ich mit meiner Tandem-Partnerin in Minato Mirai (みなと みらい) . Der Name heisst so viel wie Hafen der Zukunft und der Ort ist relativ beruehmt. Da steht ein Riesenrad und ein etwas kleinerer Vergnuegungspark drumherum. Ausserdem kann man da shoppen gehen... so richtig shoppen... .

Zwischen den Jahren habe ich dann mal ne Cocktailparty organisiert... mir war danach.. Die ist auch ganz nett gelaufen war aber ewig viel Arbeit den ganzen Kram zu besorgen. Silvester hab ich mehr oder minder mit ein paar Koreanern und Chinesen gefeiert die ich in einer der Kuechen getroffen habe und danach sind wir (nach 12 Uhr) nach Tokio rein gefahren und sind nach Harajuku (原宿) an den Meiji-Schrein (明治神宮). Dort gehen viele Japaner in der Silvesternacht hin um fuer das neue Jahr zu beten. Es war auch wirklich viel los und wir mussten wohl ueber eine Stunde in der Kaelte anstehen bis wir endlich am Schrein angekommen waren. Vorne am Schrein wirft man dann eine 5 Yen Muenze vor den Schrein und betet. Danach kann man noch Gluecksbringer und Schutzzettelchen fuers neue Jahr kaufen. Dann sind wir noch ein bisschen durch Harajuku gelaufen und haben einen Crepe gegessen. Die hatten tatsaechlich um 4 Uhr morgens noch auf... sie waeren allerdings auch bloed gewesen wenn nicht, denn am Meiji Schrein waren wohl mehrere tausend Menschen.
Letztlich sind wir nach Shibuya (渋谷) gelaufen und haben dort den ersten Zug zurueck nach hause genommen.

War ein langer Tag aber es hat sich gelohnt.

In diesem Sinne allen nachtraeglich frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr

Samstag, 27. Oktober 2007

Wenn da nur nicht der Taifun wäre...

Das wohl nervigste in diesem Land, direkt nach gesellschaftlichen Zwängen, idiotischen Regeln und Banken sind wohl die Taifune. So ein Lüftchen muss Japan nicht mal erreichen um wirklich störend zu sein, denn die Ausläufer verursachen in der Regel starken Regen. Und damit meine ich nicht wie in Deutschland mal 2-3 Stunden Regen sondern 2-3 Tage nahezu ununterbrochenen Regen und Feuchtigkeit. Wenn es nun auch noch heiss wäre, was es zum Glück nicht ist, wäre es wohl wirklich unerträglich.
So kommt es das es heute mal wieder Hunde und Katzen regnet und vermutlich wird es das morgen auch noch tun.

Die Universität auf der ich hier bin ist in Japan relativ bekannt was für Japaner immer besonders toll ist im Grunde aber nicht wirklich etwas über die Lehre hier aussagt. Wie dem auch sei die 3 wohl berühmtesten Universitäten sind auf Platz 1 die Tokio Universität die aus öffentlicher Hand finanziert wird und auf Platz 2 die Waseda und die Keio (auf der bin ich) Universität die beide private Universitäten sind. Es ist wohl unnütz zu erwähnen, dass die beiden Universitäten sich hassen, denn keine will die Dritte, oder die zweitbeste Private sein. Da die Japaner Baseball zu lieben scheinen gibt es jedes halbe Jahr ein Baseballspiel zwischen Keio und Waseda (早慶戦 : Sôkeisen), welches für die beiden Universitäten so wichtig ist, dass während des Spiels alle Kurse und Vorlesungen ausfallen. Das Spiel sind normalerweise 2 Spiele, das eine Samstags das andere Sonntags. Nun hat das ganze einen Haken... Eine Uni hat erst dann gewonnen wenn sie 2 Spiele in Reihe gewinnt. Gewinnen sie abwechselnd wird das Match am nächsten Tag fortgesetzt und es fallen natürlich wieder alle Kurse aus. Auf diese Art und Weise, so hat man mir gesagt, ist letztes Jahr eine ganze Woche Unterricht/Vorlesung ausgefallen. Da aber heute die Ausläufer eines oben erwähnten Taifuns über die Stadt fegen wurde das Spiel auf Montag verschoben was von Vorteil ist weil ich Montag mehr Unterricht habe als Samstag und somit auch mehr ausfällt... Natürlich nur wenn die Ausläufer des Taifuns da nicht immernoch am wüten sind.

Um Karten für das besagte Spiel zu verkaufen (Kostenpunkt 500 Yen = 3 Euro) haben am Mittwoch schonmal die Cheerleader beider Universitäten zusammen mit der Blaskapelle im Schulhof des Hauptcampus ordentlich die Werbetrommel gerührt. War ganz lustig... ich habe auch ein paar Bilder gemacht allerdings nur mit der Handykamera weswegen sie klein und schlecht sind. Aber besser als nichts:

Auf den Bilder zu sehen sind die Keio Cheerleader in Weiss. (Irgendwo im hintergrund die Waseda Cheerleader in rot) die männlichen Cheeleader/Tänzer/Wasauchimmer die gerade vor den weiblichen am Rumhüpfen sind und die Flaggen der beiden Universitäten. Die Blau-Rot gestreifte mit dem was wie ein gelbes Kreuz aussieht drauf ist die von Keio.



Samstag, 13. Oktober 2007

Der erste Monat

Nun ist auch schon der erste Monat rum. Morgen ist Samstag und ich habe Unterricht.. normal in Japan. Ist aber auch nicht schlimm, denn es ist ja nicht so als ob ich in den letzten Jahren meines Studiums ein Wochenende gehabt hätte. Das einzige was stört ist, dass ich schon um 6:30 aufstehen muss aber auch das werde ich überleben.
So im Allgemeinen gibt es eignetlich gar nicht so viel zu erzählen. Mein Leben geht normal weiter.. Ich arbeite, lerne, habe spaß und so weiter. Man lernt immer mal wieder Leute kennen und erstaunlicherweise auch Leute die zumindest ein paar Worte Deutsch sprechen. Ich habe es geschafft mir einen Professor anzulachen der mir 3 Unterrichtsstunden Einfürhung in sein Fachgebiet (Biosignal Processing) gibt. Leider hab ich die Registrierungsdeadline verpasst, so dass ich dafür keine Punkte bekomme aber es gibt schlimmeres. Immerhin gewinne ich einen neuen Einblick und ich freue mich auch schon. Der Japanischunterricht ist wie erwartet... der Lehrer spricht vor, die Schüler sprechen nach. Man lernt dabei zwar nicht die Struktur der Sprache aber immerhin die Konversation verbessert sich (Zum Glück hab ich die Struktur schon in Deutschland gelernt).
Nächste oder übernächste Woche besorge ich mir mal ein Handy und vielleicht eine Kamera, dann kann ich Bilder machen und sie online stellen... wenn alles klappt. Ich habe zum Glück einen japanischen Studenten getroffen der für ein halbes Jahr in Deutschland war und der mir beim Wirrwarr der japanischen Handy-Tarife helfen will. Naja Glück muss man haben.
Oh ausserdem habe ich eine japanische Austauschstudentin wieder getroffen die in Saarbrücken war und in meinem Wohnheim gewohnt hat. Der Eine oder Andere der das hier liest wird sich vielleicht noch an Yuka erinnern.
Ausserdem beginne ich langsam zu verstehen was die Leute um mich herum so reden. Zwar nur Bruchstückhaft aber doch immerhin etwas.
Wie dem auch sei.... ich lebe hier nicht anders als in Saarbrücken auch, von daher geht es mir gut und alles ist in Ordnung. Ich kann nur jedem empfehlen der Studiert irgendwann mal ein Auslandsjahr zu machen, das macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, es ist auch einfach toll.

Samstag, 22. September 2007

ARD. ARD? ARD!

Ich habe hier bei mir im Wohnheim eine andere Deutsche Austauschstudentin kennengelernt, die mittels eines DAAD Stipendiums ebenfalls auf die gleiche Uni geht wie ich. Sie wurde auch auf einen vom DAAD veranstalteten "Deutschland<-->Japan"-Abend eingeladen und durfte noch ein paar Leute mitbringen. Sie hatte mich gefragt und ich bin daraufhin mit ihr heute Abend dort hin und es hat sich wirklich gelohnt. Im Mittelpunkt des Ganzen stand Ostasien-/Japanberichterstattung unterschiedlicher Medien ausserdem wurden einige Reportagen von Arte und der ARD über Japan gezeigt. Mal abgesehen von den Reportagen, der Podiumsdiskussion und dem (kostenlosen) Buffet mit (deutschem) Brot (!!!) war aber, dass ich mich mit zweien der Journalisten unterhalten konnte. Der eine war Lars Nicolaysen, der für die dpa in Japan recherchiert und der andere war Mario Schmidt der für die ARD z.B. Fernsehbeiträge über Japan zusammenstellt. Das Gespräch mit Herrn Nicolaysen war ein bisschen länger und auch sehr interessant, das Gespräch mit Herrn Schmidt hingegen war sehr kurz aber sehr ..gewissermaßen.. fruchtbar, denn Herr Schmidt gab mir seine Email Adresse und Telefonnummer und lud mich auf einen Kaffee ins ARD Studio nach Shibuya ein.
Hrhrhr.. wenn ich also nächsten Monat mal Zeit finde, dann werde ich mal schauen, dass ich mir hier mal die ARD anschaue und einen netten Plausch halte. :)

Dienstag, 18. September 2007

Die erste Woche

So. Die erste Woche ist nun mehr oder minder vorbei. Ich habe lange nichts geschrieben, weil ich weder Lust noch Zeit dazu hatte. Das ist aber auch nicht verwunderlich, denn als ich letzten Dienstag hier ankam wars schätzungsweise 30 Grad, regnete in Strömen und die Luftfeuchtigkeit war so hoch, dass ich wohl mit Kiemen besser hätte atmen können. Die folgenden Tage der letzten Woche waren dann zum Teil kühl zum Teil heiss und auch ein bisschen feucht aber so schlimm wie am ersten Tag war es zum Glück nicht mehr. Dennoch war es in meinem Zimmer immer gut heiss, denn die Klimaanlage kostet viel Geld (-->Strom). Zum vergleich... pro Woche braucht man man etwa 1200 Yen für Wasser und Strom, das sind nach aktuellem Kurs umgerechnet 7,50€ und damit 30€ im Monat. Das ist etwa 1,5 mal so viel wie ich in Deutschland gebraucht habe.
Die meiste Zeit verbringt man also am Besten in den Flurküchen, denn da sind Klimaanlage und Strom ohnehin umsonst. Da gibts auch Fernseher und manche habe sich scheinbar sogar ne Playstation reingestellt. Das ganze hat aber dann auch wieder den Vorteil, dass man mit den ganzen anderen Austauschstudenten in Kontakt kommt und sich unterhalten und austauschen kann. Wir kochen auch öfters zusammen was sehr praktisch ist denn fertiges Essen ist in Japan schweineteuer. Die haben hier teilweise Preise wie 1€ für ne Banane.
Das Studentenwohnheim ist ansonsten ganz nett bis auf die Tatsache, dass man eigentlich nichts darf. Es dürfen grundsätzlich nur Leute hinein die Wohnhaft sind, Außenstehende dürfen nur mit Genehmigung des "Dormitory Managers", auf den komme ich auch noch gleich zu sprechen, überhaupt in die Flurküchen rein. Die einzelnen Zimmer sind absolut tabu! Übernachten dürfen bei einem grundsätzlich nur enge Verwandte wie Geschwister oder Eltern und auch nur 2 - natürlich nicht zur gleichen Zeit. Dafür muss man allerdings erst einen schriftlichen Antrag an das "International Center" der Universität stellen, die dir dann, wenn sie ihn genehmigen, eine Erlaubnis zurückschicken... das man sich nicht auch noch für den Toilettengang eine schriftliche Genehmigung besorgen muss grenzt an ein Wunder.
Ich wollte ja nun noch auf den "Dormitory Manager" zu sprechen kommen. Sein (Nach)name ist Ikeda weswegen er von allen in japanischer Manier Ikeda-san genannt wird. Mit ihm hatten wir (alle) wirklich Glück, denn er setzt zwar die Richtlinien des Wohnheims ordentlich durch, was er ja auch machen muss, aber dennoch ist er mehr oder minder der Papa des Wohnheims als der Manager. Neulich hatte ein Freund von mir hier ein Problem mit seinem neu erworbenen Handy(vertrag) und da ist Ikeda-san tatsächlich mit ihm zum Laden gegangen und hat die Verkäufer zur Sau gemacht. Geholfen hat es glaube ich nicht so viel, aber hey... findet mal in Deutschland nen Hausmeister der sowas macht. Hinzu kommt, dass er sich abends gerne zu uns gesellt und mit uns isst. Neulich hatte er (oder seine Frau?) auch Essen gemacht und wir haben alle zusammen gegessen.
Wenn ihr nun wissen wollt wie Japan aussieht... ich kann euch leider keine Bilder anbieten da ich (noch) keine Digitalkamera habe aber schaut euch einfach Animes an und denkt euch alles nochmal halb so groß. Das was hier an Wohnhäusern rumsteht würde sich bei uns manch einer als Gartenhaus neben den Komposthaufen stellen. Ok sie sind doch ein bisschen größer als unsere Gartenhäuser aber sie sehen so ähnlich aus - nein wirklich - viele Häuser hier sind aus Wellblech oder Holzplanken gebaut. Ist vermutlich auch gut so weil das bei Erdbeben elastischer ist. Die Gärten der Leute sind allerdings meist bedeutend schöner als jene, welche man bei uns zu Gesicht bekommt.
So und nun geht mein Post auch schon seinem Ende entgegen. Mir geht es gut und ich bin dabei mich mehr oder minder einzuleben. Das nächste Mal schreibe ich wenn ich wieder Lust dazu habe.. mal schauen wann das ist.